Rico Apitz

14. März 2021

P+R-Parkplätze ausbauen, nicht reduzieren

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Lichtenberg hat in ihrer Februar-Tagung beschlossen, auf einem Teil des P+R-Parkplatzes am S-Bahnhof Lichtenberg einen sogenannten Safe Place („sicherer Platz“) für Obdachlose einzurichten.

Quelle: Google Maps

Schon sehr lange spricht der Bezirksbürgermeister Michael Grunst (LINKE) von dem Ziel, beim S-Bahnhof Lichtenberg einen sicheren Rückzugsort für Obdachlose zu schaffen. Diese werden immer wieder von der Deutschen Bahn vom Gelände des Bahnhofs vertrieben. Offensichtlich ist es nicht gelungen, eine geeignete Fläche zu finden, denn nun soll ein Parkplatz, der bereits für das Konzept „Parken und Reisen“ (auch: park and ride) verwendet wird, verkleinert werden. Die Fläche wird von Pendlern jedoch dringend benötigt, um schneller und umweltschonender in die Innenstadt zu gelangen. Die P+R-Möglichkeiten außerhalb des S-Bahn-Rings müssten stattdessen weiter erhöht werden.

Die FDP Lichtenberg fordert das Bezirksamt auf, entweder einen anderen Ort als Safe Place zu entwickeln oder als Ausgleich neue P+R-Parkplätze beim S-Bahnhof Lichtenberg zu schaffen. Die Deutsche Bahn duldet keine Obdachlosen auf ihrem Gelände, aber vielleicht Parkmöglichkeiten für ihre Kunden.

Rico Apitz, BVV-Spitzenkandidat der FDP Lichtenberg, kommentiert: „Mobilität und soziale Fürsorge dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Es entsteht der Eindruck, dass Verfechter der „Verkehrswende“ einen willkommenen Vorwand gefunden haben, um Parkplätze zu reduzieren. Kritiker können so als unsozial diffamiert werden. Für Pendler ist die Alternative aber nicht der komplette Umstieg auf den ÖPNV, sondern eine Weiterfahrt in die Innenstadt. Mobilität und Ökologie brauchen mehr P+R und nicht weniger.“

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